Unser Leitbild – Philosophie

Berlin ist eine der grünsten Städte Deutschlands und Blattwerk steht für grüne Bildung in Berlin und Brandenburg. Seit 2008 arbeiten wir zusammen mit vielen Berliner Bildungseinrichtungen, bilden ganzheitliche Naturpädagogen aus und helfen bei der Konzeptentwicklung von Grünen Klassenzimmer und Waldkindergärten.

Unsere Prinzipien: „Ganzheitlich Grün und Sozial“

  • Alle unsere Veranstaltungen sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
  • Unsere Verpflegung ist biologisch, regional und vegetarisch oder vegan.
  • Wir hinterlassen die Natur, wie wir sie vorfinden. Entstehender Müll wird entsprechend getrennt entsorgt.
  • Wir arbeiten mit Einrichtungen zusammen, denen unsere Prinzipien vertraut sind.
  • Tauschhandel und gemeinnützige Projekte unterstützen wir gerne.
  • Wir fördern junge Menschen auf ihrem Bildungsweg und schauen gemeinsam nach Finanzierungsmöglichkeiten.
  • Wir unterstützen die Bildungsfreiheit in Deutschland
  • Wir arbeiten nach den Richtlinien der BNE.
  • Wir fördern Ideen und Netzwerke. Sprechen Sie uns jederzeit an.
  • Wir beschränken unsere Werbung (Flyer, Informationsmaterial usw.) auf ein Minimum, um Ressourcen zu sparen. Alle wesentlichen Informationen rund um Blattwerk finden Sie auf unserer Internetseite. Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an uns per Email oder Telefon.

Ganzheitliche Naturpädagogik

Die Naturpädagogik gibt uns die Möglichkeit durch ihre zahlreichen methodischen Zugänge, die unterschiedlichsten Erfahrungen zu sammeln und neue Wege zu einem natürlichen Erleben kennen zu lernen. Ihr liegt ein ökozentrisches Weltbild zugrunde, was bedeutet, dass wir Menschen uns nicht länger als Mittelpunkt in unserer Umwelt verstehen, sondern als Lebewesen in Verbindung mit unserer Mitwelt.

Blattwerk sieht in der Pädagogik von Maria Montessori viele Übereinstimmungen zur Naturpädagogik und bezieht diesen Schwerpunkt in der Ausbildung mit ein. „Gebt den Kindern die ganze Welt“ ist einer der Grundsätze der Montessoripädagogik. Die kosmische Erziehung in ihrer Ganzheitlichkeit gibt uns das Fundament um wissend, schützend und liebevoll mit uns und unserer Mitwelt zu leben. Der Begriff Mitwelt nimmt in unserer Philosophie einen großen Stellenwert ein. Das Begreifen ein Teil im System aus Mitgeschöpfen und Kosmos zu sein, ist die Basis für ganzheitliches, naturpädagogisches Handeln.

Weiterhin orientieren wir uns am „flow learning“ nach Joseph Cornell, sowie am „coyote teaching“ der amerikanischen Ureinwohner. In unserer Arbeit beziehen wir die Überlieferungen und Lehren der Naturvölker aller Kontinente mit ein. Respekt und Demut gegenüber der Natur sind Voraussetzungen, um Bildung nachhaltig zu entwickeln (BNE).

Wir vermitteln Sachkompetenzen, wecken sinnlich die Begeisterung und lernen uns als aktiver Beobachter in dieser immer schneller werdenden Welt zu bewegen. Geschichten, Experimente und Kunst lassen unsere Kreativität fließen und schaffen Verbindungen zu unserem natürlichen Bewusstsein. Durch wildnispädagogische Methoden und Naturreisen erfahren wir u.a. die Evolutionsgeschichte des Menschen und schaffen Verbindungen zum Heute.

Alle unsere Veranstaltungen und insbesondere die Ausbildung unserer Naturpädagogen streben ein neues Verständnis zur Bildung in Deutschland an. Wir sind für eine Neustrukturierung der Bildungspläne, um Kindern und Erwachsenen individuelle Entfaltungsmöglichkeiten zu geben. Wir unterstützen die Bildungsgerechtigkeit in unserem Land und schließen uns den wissenschaftlichen Untersuchungen und der Geisteshaltung von aktuellen Visionären, wie Gerald Hüther, Reinhard Kahl und Jesper Juul an.

Die Bildung von Netzwerken und das reelle Umsetzen von forschendem, potenzialorientierten, freiem, individuellen und respektvollen Lernen bildet einen Schwerpunkt in der Arbeit von Blattwerk.

Bildungsfreiheit statt Schulzwang

Das Recht auf Bildung wird in Deutschland einzig und allein auf den Anwesenheitszwang in einer staatlich anerkannten Schule reduziert.

Bildungsangebote, die auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder abzielen, werden dagegen behindert, unterdrückt und die Anerkennung versagt. Dazu zählen neben vielen freien alternativen Schulkonzepten auch das freie selbst bestimmte Lernen in Familieninitiative, auch Homeschooling oder Home-Education genannt.

Es sind sehr vielfältige Gründe, die Kinder oder ihre Eltern bewegen, den Lernort aus der öffentlichen Schule nach Hause zu verlegen.  Die Anerkennung, die diese freie Art des Lernens in anderen EU Ländern längst gefunden hat, steht in Deutschland bislang noch aus.

Laut § 1666 BGB ist eine Schulverweigerung keine Kindeswohlgefährdung – und da hat das Gesetz vollkommen recht. Eine gerichtliche Durchsetzung der Schulpflicht wird dort nur festgeschrieben, wenn die Eltern „nicht gewillt oder nicht in der Lage“ sind, Gefahr für das Kind abzuwehren.

Prof. Hannelore Häbel stellt fest: „Das Ziel der Erziehung des Kindes zu einer ‚eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit‘ (§ 1 Abs. 1 SGB VIII) kann nur durch partizipative, hierarchiefreie Pädagogik realisiert werden, die ohne Zwang zur Unterordnung und Unterwerfung auskommt.“

Dieser Wandel in der Wahrnehmung der jungen Menschen und ihres Rechts auf selbst bestimmte Bildung passt auch zu dem durch die Einführung des absoluten Gewaltverbotes in der Erziehung mit § 1631 Abs. 2 BGB stattgefundenen Paradigmenwechsel hin zu einer umfassenden Ächtung der Gewalt in der Erziehung.

Natürliches Lernen wird seit Anbeginn der Menschheit praktisch vollzogen, und seit den 1990er Jahren beschäftigt sich auch die Neurobiologie mit dieser Bildungsform und ihren Wirkungen.

Blattwerk möchte den vielen Netzwerken danken, die sich stark machen für freie Bildung und mündige Eltern und Kinder in Deutschland. Wir unterstützen das Netzwerk Bildungsfreiheit, den Bundesverband Natürlich Lernen, die Freilerner Solidargemeinschaft, den Septré e.V. und die Schulfrei Bewegung im Geiste und im Handeln.

Maria Montessori und BNE – Bildung für nachhaltige Entwicklung

Maria Montessori gehörte zu dem kleinen Kreis von Fachleuten, denen schon lange vor der ökologischen Wende des öffentlichen Bewusstseins seit Beginn der 70er Jahre der Begriff der Ökologie und die ökologische Denkweise vertraut waren. Nach Montessori muss der Mensch lernen, die bestehenden natürlichen Gleichgewichte nicht zu zerstören. „Heute weiß zum Beispiel jeder“ – meint sie im Jahr 1937, „daß das Aussterben einer Tierart an einem bestimmten Ort die Harmonie stört, denn, ich wiederhole, das Leben des einen steht in Beziehung zum Leben des anderen“.

Die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist eine internationale Initiative unter der Leitung der UNESCO. Sie will dazu beitragen, die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung weltweit in den nationalen Bildungssystemen zu verankern. Dieses Ziel kann nur durch das Engagement vieler Menschen erreicht werden, die sich für die Umsetzung des Dekade-Ziels in ihrem Umfeld einsetzen. Eine der wichtigsten Strategien zur Umsetzung der UN-Dekade ist daher die Unterstützung der Akteure vor Ort. Seit dem Beginn der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zeichnet die Jury des von der Deutschen UNESCO-Kommission eingesetzten Nationalkomitees daher regelmäßig Projekte und Initiativen aus, die durch ihr Engagement zum Gelingen der UN-Dekade und zur Umsetzung Ihrer Ziele beitragen. Diese Projekte erhalten den Titel „offizielles Dekade-Projekt“. Bewerben können sich alle Institutionen, Organisationen, Unternehmen und Projektträger, die Initiativen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung ergriffen haben.